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Ein kleines Resultat in einem grossen Spiel: Hockey Huttwil verliert trotz klarer Dominanz gegen ein starkes Lyss 2:4.

Auf dem Papier ist Hockey Huttwil der klare Favorit: Die Huttwiler haben bisher diese Saison alle drei Partien gewonnen: Am 11. Oktober 4:2, am 29. November 4:1 und am 20. Januar sogar 7:1. Aber gespielt wird auf dem Eis. Nicht auf dem Papier.

Im ersten Drittel bestätigt Hockey Huttwil seine Favoritenrolle. Aber das Spiel trägt bereits den Keim der Niederlage in sich: Die Huttwiler fliegen übers Eis und die Statistik bezeugt die klare Überlegenheit (10:5 Abschlussversuche). Aber aus drei Gründen steht es nach dem ersten Drittel nur 0:0. Erstens ist Lyss ein smarter Gegner: Sehr gut organisiert, konzentriert, unerschrocken und diszipliniert. Zweitens ist Torhüter Matteo Maruccia, bei Biel ausgebildet, ein Meister seines Faches und drittens verleitet die läuferische Überlegenheit die Huttwiler zu Sturmläufen in die unproduktiven, leeren Räume neben dem Tor.

Im zweiten Drittel spielt Lyss das beste Hockey der Saison: Mit Biss und Leidenschaft gelingt es, das Tempo aus Huttwils Spiel zu nehmen. Sportchef Max Dreier ahnt das heraufziehende Unheil und knurrt wiederholt: „Lyss isch hüt bissig. Ganz bissig“. Mit einem Direktschuss gelingt Lyss die Führung (1:0 in der 24. Minute). Vier Minuten später kontert Huttwil zwar nach einem schnellen Gegenangriff durch das magische Duo Michael Lüdi und Timo Braus mit dem Ausgleich zum 1:1. Hinterher wird sich weisen: Es ist Huttwils letztes offensives Hurra. Eine unglückliche Zweiminutenstrafe von Noël Waber (Beinstellen hinter dem gegnerischen Tor) leitet den Untergang des Favoriten ein: Im Powerplay markiert Lyss mit der Präzision von Landvermessern das 2:1. Durch Patric Hofstetter. Er hatte bereits das 1:0 eingefädelt. Eine grosse Nummer: Die letzten fünf Jahre stürmte er in der Swiss League (190 Spiele, 44 Punkte) und im besten Alter (25) fürs Profihockey in der zweithöchsten Liga. Aber aus beruflichen Gründen stürmt er jetzt für Lyss. 37 Sekunden später fällt erneut nach präzisem Direktspiel das 3:1 (37:22). Die Entscheidung? Fast, aber nicht ganz: Noch einmal tanzen Timo Braus und Topskorer Michael Lüdi durch die gegnerischen Reihen und Timo Braus verkürzt kurz vor der zweiten Pause auf 3:2 (38:14).

Im letzten Drittel fliegen die Huttwiler nicht mehr. Sie verlieren ihre läuferische Leichtigkeit und wollen die Wende erzwingen. Lyss hält dagegen und so wird die hochklassige Partie noch intensiver, ja gar dramatisch. Es rumpelt ordentlich, die Fans der Seeländer versuchen ihren Spielern mit Trommeln und Lärm Mut zu machen. Es nützt, es rockt und es rollt. Die Huttwiler versuchen alles und übertreiben es schliesslich: Abräumer Timon Nyffeler, einer der Bösesten (mit 55 Minuten aktuell die Nummer drei der Liga-Strafenliste) wird für einen Crosscheck mit zwei Minuten bestraft. Michael Lüdi (mit dem Dido-Gen) kommentiert den richtigen Schiedsrichterentscheid etwas gar undiplomatisch und darf sich gleich neben Timon Nyffeler aufs Sündenbänklein setzen (53:14). Mit fünf gegen drei versucht Lyss alles, um das Spiel zu entscheiden. Die Huttwiler wehren sich mutig, überstehen diese kritische Phase bravourös und nun deutet alles doch noch auf eine Wende hin: Wer so tapfer in Unterzahl verteidigen kann, wird doch noch dazu in der Lage sein, mit Schwung den Ausgleich zu erzielen. Oder? Aber aus drei Gründen gelingt der Ausgleich – bei einem Torschussverhältnis von 10:4 im Schlussdrittel eigentlich verdient – nicht mehr: Erstens weil Torhüter Matteo Maruccia weiterhin hält wie mit tausend Händen. Zweitens, weil die Abschlussversuche unter Zeitdruck immer hektischer werden und drittens, weil die Hockeygötter würfeln und die Würfel gegen Huttwil fallen. Die Erlösung gelingt Lyss zwölf Sekunden vor Schluss durch das 4:2 ins leere Gehäuse.Hu Es mag sein, dass Lyss das Glück beansprucht hat – aber es ist das Glück des Tüchtigen.

Milena Zaugg


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