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PIKES EHC Oberthurgau vs Hockey Huttwil 4:7
Wenn Verteidiger die offensive Musik machen
Die Huttwiler sind gegen den Aussenseiter nach einer frühen Führung über weite Strecken unkonzentriert und überheblich. Trotzdem reicht es am Ende doch für den erwarteten klaren Sieg (7:4) gegen die Pikes Oberthurgau.
Das eindeutige Resultat (7:4) täuscht allerdings. Die Entscheidung fällt erst in der 54. Minute durch Michael Minder. Es passt, dass er mit dem 6:4 den Treffer erzielt, der alles klar macht. Der 34jährige Captain und Leitwolf sorgt mit Leidenschaft dafür, dass die nach dem überzeugenden Start aufkommende Überheblichkeit nicht bestraft wird.
Zuerst scheint läuft alles nach Plan. Bereits nach sieben Minuten führt Hockey Huttwil 2:0 und Optimisten erwarten eher ein „Stängeli“ als eine turbulente Zitterpartie. Kurz darauf wird Silvan Hess zu Recht in die Kabine geschickt: Er hat einen Gegenspieler mit einem Check in den Rücken kopfsvoran in die Bande spediert. Den Fünfminuten-Ausschluss überstehen die Huttwiler zwar ohne Gegentreffer. Aber von nun an geht es trotz permanenter Überlegenheit zeitweise drunter und drüber und vom spielerischen Larifari-Betrieb seiner Vordermänner lässt sich auch Torhüter Damian Stettler irritieren. Beim Startspiel gegen Thun noch ohne Fehl, Tadel und Gegentreffer (4:0) landen nun vier Pucks in seinem Kasten. Drei davon nicht unhaltbar.
Dass es trotz allem zum klaren Sieg und zur Übernahme der Tabellenspitze reicht (punktgleich mit Seewen und Lyss) ist auch das Resultat der für die Huttwiler typischen offensiven Spielweise („totales Hockey“) mit immer wieder aufrückenden Abwehrspielern. Die Verteidiger machen die offensive Musik: Vier Tore (zum 2:0, 3:1, 4:1 und 6:4) erzielen die Männer von der blauen Linie und Baptiste Vouradoux (22) gelingt mit dem 2:0 bereits in seinem 5. Spiel in der MyHockey League der erste Treffer.
Damian Stettler hinten und der erste Sturm (Timo Braus, Michael Lüdi, Fabian Haldimann) vorne waren beim überzeugenden Startspiel gegen Thun die Väter des Sieges. Nun waren sie nicht dazu in der Lage, die erste Geige zu spielen und trotzdem reichte es zum Sieg. Das zeigt: Hockey ist eben doch ein Mannschaftsspiel und Namen nur aufs Leibchen genähte Buchstaben und zu den Qualitäten von Hockey Huttwil gehört dieser Zusammenhalt, wenn die die Titanen mal einen schwächeren Abend einziehen. An den sieben Treffern waren alle vier Sturmlinien beteiligt. Am Samstag braucht es in Lyss (17.00 Uhr) alle: Trainerlegende Köbi Kölliker (73) hat sein Team in den beiden ersten Partien zu zwei Siegen (4:3 gegen Winterthur und 4:1 gegen Bülach) gecoacht. Tja, wer hätte gedacht, dass ein Team aus Huttwil einmal gegen eine Mannschaft mit Köbi Kölliker - dreimal Meister mit Biel (1978, 1981, 1983), 197 Länderspiele, u.a. Cheftrainer in Biel, Langnau, ein Jahr Deutscher Nationaltrainer, neun Jahre lang Assistent von Nationaltrainer Ralph Krueger - als Favorit antreten kann…





















