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Hockey Huttwil vs SC Langenthal 5:3
Hockey Huttwil dominiert den SC Langenthal beim Prestige-Testspiel in allen Belangen und gewinnt viel zu knapp 5:3 (3:1, 1:0, 1:2)
Von der ersten Sekunde an ist für die fast 500 Fans klar, wer dieses Spiel gewinnen wird. Bereits nach 52 Sekunden trifft Silvan Hess zum 1:0 und nach 10 Minuten und 32 Sekunden ist mit dem 3:0 die Entscheidung gefallen. Die Huttwiler spielen schneller, präziser, direkter und härter. Sie gewinnen neun von zehn Zweikämpfen und dominieren den Gegner mit Biss und Tempo in allen drei Zonen und jedem Bereich. Obwohl mit Michael Ruch, Robin Nyffeler und Dominic Lanz drei wichtige Stürmer nicht eingesetzt werden. Die Langenthaler sind ganz einfach nicht bereit und können sich vom missglückten Start bis in die Schlussphase hinein nicht mehr richtig erholen. Huttwils Sieg ist eine Machtdemonstration.
Die Frage war nach dem 2:11 gegen Olten, ob es bei Hockey Huttwil Grund zur Sorge gibt. Die Antwort: Nein, es gibt wahrscheinlich keinen Grund zur Sorge. In der Zwischenzeit haben die Huttwiler am letzten Sonntag auswärts die SCB-Elitejunioren 4:0 besiegt. Mit diesem „zu null“ ist das Selbstvertrauen von Torhüter Kevin Liechti, das nach den elf Treffern gegen Olten ein wenig zersaust war, wieder frisch gebürstet und gekämmt. Er konnte seinen Platz gegen Langenthal getrost Siro-Nicola Wyss überlassen und sich an der starken Leistung seines Goalie-Kollegen freuen, der sicherer und besser war als Louis Kurt auf der Gegenseite.
Eine bange Frage ist auch, wie Hockey Huttwil den Verlust seines letztjährigen offensiven Leitwolfes und Topskorers Michael Lüdi verkraften kann. Auch auf diese Frage gibt es bereits eine erste Antwort: Wichtige Spieler kommen und gehen, die Mannschaft bleibt bestehen: Letzte Saison führte Michael Lüdi den ersten Sturm mit der „Flügelzange“ Timo Braus und Fabian Haldimann. Das Trio rockte die Liga. Alle drei klassierten sich in den Top Ten der Liga-Skorerliste. Nun hat Joël Bieri den Platz von Michael Lüdi eingenommen – und wieder rockt es: Timo Braus, Joel Bieri und Fabian Haldimann haben gegen Langenthal vier der fünf Treffer erzielt. „Es funktioniert gut“ sagt Timo Braus, der auf dem besten Weg ist, auch diese Saison Huttwils bester Torschütze zu werden. Trainer Daniel Bieri ergänzt: „Diese Linie kann eine der besten der Liga sein.“
Aber diese Partie enthält für die Huttwiler auch eine Warnung: Sie gingen mit ihren Torchancen fahrlässig um. Sie vermochten ihre Überlegenheit zu wenig in Tore umzumünzen. In der Schlussphase lässt die Intensität des Spiels etwas nach, die Langenthaler können sich aus dem „Würgegriff“ des gegnerischen Forecheckings lösen. Sie bekommen mehr Raum und Zeit und nun zeigt sich, dass sie nominell klar besser sind als letzte Saison. Zwar sind die hochkarätigen Neuzuzüge (Verteidiger Karym Krayem und Florian Perrenoud, die Stürmer Patrick Bandiera und Gauthier Girardin) noch nicht ins Spiel integriert und wirken noch ein wenig wie Fremdkörper. Trotzdem gelingen im Schlussdrittel zwei Treffer, die Huttwil zwar nicht mehr in Bedrängnis bringen aber eben doch eine Warnung sind: Die Langenthaler haben viel mehr spielerische Substanz als letzte Saison und als dieses missglückte Testspiel vermuten lässt.
Klaus Zaugg