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Im bisher ausgeglichensten Derby gewinnt Hockey Huttwil erst in der Verlängerung 3:2. Es ist der erste Derby-Punkt für Langenthal. Die unterschiedliche Ausgangslage spielte in einer dramatischen Partie eine Rolle: Die Langenthaler mussten, die Huttwiler wollten punkten. Wer muss, hat mehr Mühe mit den Nerven.

Von Milena Zaugg

Für den SC Langenthal ist die Lage dramatisch: Nach wie vor droht der Sturz in die Playouts gegen Bellinzona – der Verlierer wird in die 1. Liga absteigen. Die Huttwiler haben vergleichsweise ein Luxusproblem: Für sie geht es um die Plätze eins bis drei. Tim Braus sagt es so: „Der SC Langenthal braucht diese Punkte unbedingt, aber wir wollen diese Punkte genau so. Damit wir auf dem ersten Platz bleiben können. Von daher wird es sicher ein Spannendes Spiel.“ Recht hat er. Aber eben: Zwischen müssen und wollen ist ein Unterschied, der sich in dieser Partie zeigen wird.
Hockey Huttwil eröffent das Derby mit einer sehenswerten Lichtershow. Somit ist optisch klar: Es rockt im Campus Perspektiven. Auch gleich auf dem Eis: Yannick Lerch, Michael Lüdi und Joel Bieri vergeben beste -Chancen. Doch Langenthals Goalie Louis Kurt pariert alle drei Schüsse.
In der achten Minute dann die kalte Dusche für die Huttwiler: Joel Bieri erwischt in der eigenen Zone den Puck nicht und Langenthals Topscorer Gian Luca Balzer bezwingt Kevin Liechti zum 0:1. Zum ersten Mal in dieser Saison geht Langenthal gegen Huttwil in Führung und rettet den Vorsprung in die erste Pause.„ Dr Dänu het hüt öppis ztüe i der Pause“ sagt Alena Lerch, die Mutter von Huttwils Yannick Lerch. Sie ist an jedem Heimspiel ihres Sohnes dabei und sie hat recht: Trainer Daniel Bieri muss das Spiel seiner Mannschaft justieren.
Und siehe da: Bis zum Ausgleich (1:1) dauert es nach der Pause knapp 5 Minuten. Dabei bleibt es. Nach zwei Dritteln steht es 1:1. Das Spiel ist intensiv, hochstehend und zeigt eines: Die Langenthaler haben im Verlauf der Saison grosse Fortschritte gemacht und fordern jetzt die Huttwiler erstmals auf Augenhöhe heraus. In der 53. Minute schimmert gar die Morgenröte einer Sensation: Zsombor Kiss, der ungarische Nationalspieler mit Schweizer Lizenz und letzte Saison noch bei Basel in der Swiss League, trifft zum 2:1.
Die Frage, ob es gelingen wird, diese Führung über die Zeit zu retten, ist rasch beantwortet: Zwölf Sekunden später trifft Silvan Hess zum 2:2. Und dabei bleibt es bis zum Ende der regulären Spielzeit. Dieser rasche Ausgleich hat eine ernüchternde Wirkung auf die Langenthaler und in der Schlussphase zeigt sich der Unterschied zwischen «müssen» und «wollen»: Ohne den Druck, gewinnen zu müssen, hätten sie vielleicht das letzte Powerplay (Gegory Felder musste in der 55. Minute aufs Sündenbänklein) genützt oder die Verlängerung gewonnen. Die Partie war so ausgeglichen, dass feine psychologische Unterschiede die Differenz machten. Michael Lüdi, der Mann für wichtige Tore, cool im Abschluss und manchmal hitzig im Zweikampf, erzielt nach nur 13 Sekunden in der Verlängerung den Siegestreffer zum 3:2.
Verdient? Ein Sieg ist immer verdient. Weil der Zweck des Spiels der Sieg ist. Aber wenn Langenthal der Siegestreffer gelungen wäre, dann würden wir jetzt auch sagen: verdient. Der Punktgewinn ist ein verdienter Lohn für die tapferen Langenthaler und sie haben sehr viel zur guten Unterhaltung beigetragen: Erstmals vermochten sie die Huttwiler zu fordern. Die ersten drei Derbys waren einseitige Angelegenheiten. Hockey Huttwil führte 3:0 nach 25 Minuten (beim 7:5 in Langenthal), 3:0 nach 28 Minuten (beim 5:0 im ersten Heimspiel) und 3:0 nach 24 Minuten (beim 4:1 im zweiten Auswärtsspiel). Diesmal aber führte Hockey Huttwil bis zum Siegtor in der Verlängerung nie. Wir können es auch so sagen: Die Langenthaler sind nun sportlich definitiv in der MyHockey League angekommen. Wir hoffen, dass sie gerade noch rechtzeitig den Tritt gefunden haben. Selbst wer kein SCL-Fan ist muss sagen: Es wäre sehr, sehr schade, wenn wir nächste Saison kein Derby hätten. Huttwil gegen Langenthal ist neben Chur gegen Arosa die heisseste Auseinandersetzung im Amateurhockey und bei diesem Derby am Mittwoch waren mehr Dramatik und Emotionen im Spiel als beim grossen Berner Derby zwischen den SCL Tigers und dem SCB (2:1).

 Headcoach Daniel Bieri, Hockey Huttwil 

 

 

Verteidiger Yves Müller, SC Langenthal


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