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Die offensive Ohnmacht der tapferen Huttwiler

Huttwils Sturm ist nur noch ein laues Lüftchen. Nach dem 0:2 in Thun folgte am Samstag ein 1:4 in Huttwil. Thun braucht noch einen Sieg für den Final. Die Huttwiler brauchen drei Siege in Serie, wenn sie erneut in den Final kommen wollen. Eine aussichtslose Sache? Wahrscheinlich schon.

Sie wollten schon. Mit aller Kraft. Mit Leidenschaft. Aber sie konnten nicht. Wir können sagen: Huttwil hat schlechter gespielt. Die Wahrheit ist eine andere: Thun hat Huttwil in einer sehr guten Partie nicht erlaubt, besser zu spielen. Thun hat Huttwil eine Lektion in Taktik, Disziplin, Defensivorganisation und Effizienz erteilt.

Dabei hatten es die Hockeygötter gut gemeint mit Hockey Huttwil: Im Powerplay gelingt in der 15. Minute unerwartet das 1:0. Es ist wie ein Befreiungsschlag. Es ist der „Lucky Punch", den die Huttwiler so bitter nötig haben, um gegen diesen Gegner eine Chance zu haben. Aber die stimulierende Wirkung bleibt aus: Gleich zu Beginn des Mitteldrittels (22. und 24. Minute) nützen die Thuner einen Konzentrationsfehler beim fliegenden Spielerwechsel zum 1:1 und 118 Sekunden später einen Deckungsfehler zum 1:2. Trainer Daniel Bieri nimmt sein Time-Out und seine Mannschaft bekommt das Spiel wieder einigermassen in Griff. Und noch einmal blitzt die Gunst der Hockeygötter auf. Robin Nyffeler, schon in der Swiss League einer der besten Spieler im Boxplay, gelingt es mit einem Energieanfall den Thunern zu entwischen. Er scheitert am starken Stephan Küenzi. Die Chance zum 2:2 in Unterzahl ist vertan. Von nun an ist bis unters Sportzentrumdach zu spüren: Es wird nicht reichen.

Thuns Trainer Daniel Steiner wird nach dem Spiel betonen, wie wichtig es war, dass seine Mannschaft nach dem 1:0 nicht vom Weg abgekommen sei. Das Tor, das eigentlich Huttwil hätte besser machen können, hatte die gegenteilige Wirkung: Durch diesen Gegentreffer rückten die Thuner noch enger zusammen, spielten noch konzentrierter und disziplinierter und kamen noch entschlossener aus der ersten Pause zurück. Oder einfacher gesagt: Sie liessen nun erst recht einfach nichts zu. Die Statistik von 11:31 Torschüssen ergibt nämlich ein falsches Bild: Huttwil war optisch nicht unterlegen. Aber der Gegner liess einfach fast keine Abschlüsse zu. So gesehen ist es keine Überraschung, dass die Huttwiler in den zwei ersten Partien in diesem Viertelfinal nur ein Powerplaytor erzielt haben.

Natürlich kommt auch Pech dazu. Sandro Hain fällt nach einer Viertelstunde aus, kehrt noch einmal kurz zurück und muss dann aufgeben. Ein Einsatz am Dienstag ist nicht ausgeschlossen. Schillerfalter Jan Petrig beisst für einmal zu stark: Nach 30 Minuten und 13 Sekunden ist für ihn nach einem Crosscheck die Partie vorzeitig zu Ende: Er wird beim Stand von 1:2 mit fünf Minuten bestraft und unter die Dusche geschickt. Ohne Sandro Hain und ohne ihren besten Torschützen sind die Huttwiler nun offensiv vollends flügellahm. Das 3:1 in der 38. Minute ist bereits die Entscheidung. Ein „Kunstschuss" von Fabian Boss aus spitzem Winkel nach einem Abpraller des starken Siro Nicola Wyss. Thuns Trainer Daniel Steiner leistet sich den Luxus, seinen bissigen, aber zerbrechlichen Schillerfalter und Playoff-Topskorer Joel Reymondin zu schonen und nicht mehr aufs Eis zu schicken. Er betont: Nicht, weil er geglaubt habe, der Sieg sei schon sicher. Sondern weil sein bester Offensivspieler an einer Oberkörperverletzung laboriere. Er wird ihn noch brauchen.

Nach dem 1:3 finden die Huttwiler die Kraft, die Energie und die Leidenschaft nicht mehr, um gegen einen defensiv so stabilen Gegner eine Wende zu erzwingen. Es ist die offensive Ohnmacht der tapferen Huttwiler. Das Resultat mag letztlich enttäuschend sein. Aber die Qualitäten des Gegners haben mehr zur Niederlage beigetragen als das Versagen der Mannschaft von Daniel Bieri.

Thun braucht noch einen Sieg. Natürlich gibt es jetzt die Sprüche, die in dieser Situation in den Playoffs in jeder Liga der Welt gesagt sein müssen: Es sei noch nichts gewonnen. In den Playoffs müsse man Spiel für Spiel nehmen. Der dritte Sieg sei der schwierigste. Und auf der Gegenseite wird die Hoffnung beschworen: Konzentration aufs nächste Spiel am Dienstag in Thun. Nach wie vor könne man es schaffen. Aus eigener Kraft. Mit drei Siegen in Serie.

Kann Huttwil gegen dieses Thun drei Spiele hintereinander gewinnen – so wie es Basel im letzten Frühjahr im Final gegen Huttwil gelungen ist? Natürlich ist das möglich. Aber dafür braucht es ein Hockey-Wunder. Nichts spricht gegen ein solches Wunder – ausser das, was wir in den zwei ersten Spielen gesehen haben. Ein sehr gutes Huttwil aber eben ein noch besseres Thun.

Ganz ohne erfreuliche Nachricht wollen wir die Berichterstattung nicht abschliessen. Präsident Heinz Krähenbühl arbeitet an der Verpflichtung von Zauberflügel Fabian Haldimann (22). Der ehemalige Langnauer Junior hat in den letzten drei Saisons für Winterthur in der Swiss League 18 Tore und 45 Punkte gebucht. Er konnte dafür sorgen, dass nächste Saison Huttwils offensiver Wind ein bisschen stärker weht.

 

Stürmer #14 Stéphane Heughebaret, Hockey Huttwil

 

Headcoach Daniel Bieri, Hockey Huttwil

 

Stürmer Fabian Boss, EHC Thun

 

Cheftrainer Daniel Steiner, EHC Thun


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