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Michael Lüdis „Auferstehung“

Die Huttwiler benötigen 20 Minuten, um ihr Spiel zu justieren. Dann geraten sie nie mehr in Gefahr ein unterhaltsames Spiel zu verlieren. Nun brauchen sie gegen Frauenfeld noch einen Sieg für den Halbfinal – entweder am Samstag oder am nächsten Dienstag.

Hockey Huttwil hat die zweite Partie am Samstag in Frauenfeld verloren (3:5), der Viertelfinal steht 1:1. Ein wenig kommt auf der Tribüne schon Unruhe auf, als die Frauenfelder nun durch einen Powerplay-Treffer 1:0 in Führung gehen. Die Behauptung mag vom Ende her betrachtet arrogant tönen. Aber es ist, wie es ist: Selbst nach diesem 0:1-Rückstand verlieren die Huttwiler ihre Stilsicherheit nicht. Sie geraten nie in ernsthafte Gefahr, diese Partie zu verlieren. Unruhe auf der Tribüne – aber nie unten auf dem Eis und auf der Spielerbank. Ja, ab dem zweiten Drittel gelingt der perfekte Match gegen ein Frauenfeld, dem einfach nichts mehr gelingen will. Bevor nach dem 2:2-Ausgleich (35. Minute) Zweifel aufkommen, sorgt Michael Lüdi nur 40 Sekunden später für die erneute Führung zum 3:2. Und als Gian-Marco Bamert den Puck aus der Fanghand fallen lässt, bedeutet das 4:2 früh die Entscheidung (47. Minute). Alles läft perfekt für die Huttwiler. Sie erzielen die Tore im richtigen Zeitpunkt und der Puck will einfach nicht den Weg der Frauenfelder gehen.

Was optimistisch stimmt: Michael Lüdi feiert seine „Auferstehung“. In den zwei ersten Partien ist es Frauenfeld gelungen, den offensiven Leitwolf der Huttwiler an die Leine zu legen. Michael Lüdi musste sich mit einem Assist im zweiten Spiel begnügen. Mit Wilhelm Busch können wir nun sagen: Lange war Huttwils Offensive „krank, doch nun rockt der Lüdi wieder, Gott sei Dank: Einen Zuckerpass im Powerplay zum 1:1, das vorentscheidende 3:2 erzielt er selbst und seine Leistung krönt er mit dem Treffer in Unterzahl zum 5:2. Am Samstag darf er in Frauenfeld wieder das Ehrengewand des Topskorers tragen.

Natürlich ist Hockey in erster Linie ein Mannschaftsspiel. Erst recht in den Playoffs. Aber wer in den Playoffs weit kommen will, braucht eben auch Spieler, die eine Partie zu entscheiden vermögen. Sage mir, wie es dem Lüdi geht und ich sage dir, wie es um Hockey Huttwil steht.

Ein entscheidender Faktor in dieser Serie sind zudem die Torhüter. Kevin Liechti war der Held des ersten Spiels (4:3 nach Penaltys), als er alle fünf Penaltys stoppte. Aber in der zweiten Partie in Frauenfeld war er – na ja – fast ein „Lottergoalie.“ Also hat ihm Trainer Daniel Bieri nun eine Pause gewährt: Er sass im dritten Spiel auf der Tribüne. Siro Nicola Wyss hütete den Kasten und als Nummer 2 öffnete Diego Leuenberger das Bandentörchen. Nun zahlt sich aus, dass Daniel Bieri zwei gleichwertige Goalies zur Verfügung stehen. In der Endabrechnung dieser dritten Partie ist der Goalie ein wichtiger Faktor: Mit Siro Nicola Wyss hatten die Huttwiler den besseren letzten Mann als Frauenfeld.

Trainer Daniel Bieri ist von allem Anfang an davon ausgegangen, dass seine Männer je länger dieser Viertelfinal dauert, desto mehr Energie ins Spiel bringen werden. Diese Energie-Rechnung kann aufgehen. Aber eine Halbfinal-Garantie ist das nicht: Das Resultat im dritten Spiel mag klar und eindeutig sein (6:2). Aber Frauenfeld ist zu keinem Zeitpunkt auseinandergefallen. Ordnung, Struktur und Disziplin im Spiel blieben gewahrt und wenn es am Samstag um die letzte Chance geht (Huttwil braucht nur noch einen Sieg für den Halbfinal) werden die Frauenfelder noch einmal Kräfte freisetzen. Wenn es am nächsten Dienstag zu einem 5. Spiel kommen sollte, dann wird alles möglich sein. Im Halbfinal würden die Huttwiler auf Daniel Steiners EHC Thun treffen.

Klaus Zaugg

 

Stürmer Timon Nyffeler, Hockey Huttwil

 

Headcoach Richi Novak, EHC Frauenfeld

 

Verfügbar ab 12 Uhr


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