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Ganz einfach ein perfektes Spiel

Hockey Huttwil gewinnt das Spitzenspiel gegen Frauenfeld 3:0. In einer hochklassigen Partie zelebrierten die Huttwiler das beste Hockey der laufenden Saison.

Ein robustes Team mit offensiven Titanen: Frauenfeld war der erwartet starke Gegner und der vorangegangene Sieg gegen Langenthal (4:2) war den Huttwilern Warnung genug: Das Trio Adrian Wetli, Fabio Hollenstein und Jan Zwissler hatte gegen die Langenthaler alle vier Treffer erzielt und brachte die reiche Erfahrung aus nicht weniger als 631 Partien aus der zweithöchsten Liga mit. Die Huttwiler mussten also Mittel und Wege finden, Frauenfelds offensive Titanen zu neutralisieren, die gegen Langenthal die Differenz gemacht hatten.

Von allem Anfang an war das Rezept klar ersichtlich: Mit hohem Tempo und bissiger Störarbeit schon tief in der gegnerischen Zone (Forechecking) die Spielentfaltung an der Wurzel packen und dafür sorgen, dass das Spektakel mehrheitlich vor dem gegnerischen und nicht vor dem eigenen Tor stattfindet. Daraus entwickelte sich eine intensive, schnelle und hochstehende Partie. Die Huttwiler hatten zwar erneut nur elf Stürmer zur Verfügung, machten daraus aber wie zuvor schon in Lyss und gegen Bülach vier Linien: Das Duo Yannick Lerch und Silvan Hess (nach zwei Spielsperren zurück) wurde jeweils mit einem Stürmer aus der ersten Linie ergänzt (Timo Braus, Michael Lüdi oder Fabian Haldimann). Dieser „Patchwork-Sturm“ erzielte die entscheidenden Treffer. Yannick Lerch hatte praktisch die ganze letzte Saison verpasst, seine Rückkehr sorgt für mehr offensive Feuerkraft und er hat in den ersten fünf Partien schon vier Skorerpunkte beigesteuert. Nummer drei und vier zum 1:0 und zum 3:0 gegen Frauenfeld.

Die Huttwiler dominierten von allem Anfang an und deshalb fehlte eine Prise Effizienz. Hin und wieder ein Pass zu viel, der Versuch eines perfekten Spielzuges (wie einst die Sowjets) statt nach einem Scheibengewinn den direkten, geradlinigen Weg aufs gegnerische Tor zu wählen. Mehr Powerhockey im „Schmetterlingsstil“ als Rumpelhockey. Trotz der höheren Anzahl Torschüsse blieb die unterhaltsame Partie bis weit ins Schlussdrittel hinein offen. Frauenfeld fuhr immer wieder brandgefährliche Konter. Der flinke Spektakel-Kobold Siro Nicola Wyss (171 cm) hatte zwar weniger Arbeit als Frauenfelds schlaksiger Riese Niilo Müller (192 cm). Aber er musste ungefähr gleich viele kritische Situationen bereinigen. Sein „zu null“ ist bemerkenswert und weil die Huttwiler keinen Gegentreffer zugelassen haben, dürfen wir eigentlich von einem perfekten Spiel sprechen. Es war das bisher beste in dieser Saison.

Hockey Huttwil ist es gelungen, einen weitgehend ebenbürtigen Gegner vom Eis zu arbeiten. Nicht Talent entschied den hochstehenden Spitzenkampf, sondern am Ende die Energie, die Intensität und die höhere Zahl der gewonnenen Zweikämpfe. Das 3:0 honoriert das perfekte Spiel der Huttwiler, aber es war Perfektion auf dünnem Eis gegen einen ebenbürtigen, fairen Gegner. Noch beim Stande von 2:0 hätte ein Gegentreffer die Dynamik der Partie verändern können. Der Ausfall von Verteidigungsminister Yann Stöckli bei Spielmitte war nicht die Folge einer unfairen gegnerischen Aktion.

Die Huttwiler reisen am Mittwoch als Tabellenführer und nach wie vor unbesiegt nach Saignelegier zum Spitzenspiel gegen den HC Franches Montagnes, das „Lugano des Amateurhockeys“. Hochkarätig an der Bande und auf dem Eis besetzt: Torhüterlegende Benjamin Conz (der Held bei Langnaus erster Playoff-Qualifikation) assistiert Ajoies ehemaligen Aufstiegs- und Cupsieg-Bandengeneral Gary Sheehan und ein gutes halbes Dutzend Spieler hat bei Ajoie schon einen Anlauf in der höchsten Spielklasse genommen: Im Grunde ist Franches Montagnes eigentlich so etwas wie die mit ordentlich Geld alimentierte zweite Mannschaft von Ajoie. Aber oft ist es schwierig, viel Talent zu einem Team zu formen. So oder so: Huttwils Torhüter wird viel Arbeit haben.

Klaus Zaugg

 

Torhüter Siro Nicola Wyss, Hockey Huttwil

 

Verteidiger Miro Laubacher, EHC Frauenfeld

 

 Highlights ab 12 Uhr verfügbar


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