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Fast perfektes Spiel und ein „neuer“ Lanz
 
Hockey Huttwil reagiert auf die samstägliche Niederlage gegen den Vorletzten Bülach (3:4) mit einem fast perfekten Spiel und gewinnt den hochstehenden Spitzenkampf gegen Dübendorf 4:0. Aber eine Disziplinlosigkeit ist ein Tolggen im hockeytechnischen Reinheft.

Die Huttwiler beginnen „übermotiviert“ und stürmisch, Dübendorf kontert brandgefährlich und in der Startphase bewahrt Torhüter Kevin Liechti seine Vordermänner vor einem frühen Rückstand. Ein glückliches, schnelles Tor (1:0/4. Minute) führt zu einer Beruhigung. Nach dem 2:0 (18. Minute) findet die Mannschaft von Daniel Bieri eine gute Balance zwischen Offensive und Defensive und kontrolliert die Partie. Es macht Sinn, dass am Ende die beiden Torhüter Kevin Liechti und Joel Messerli (der ehemalige Junioren-Nationalgoalie spielte vorletzte Saison noch für Bellinzona in der zweithöchsten Liga) zu den besten Spielern gewählt werden. Den Zürchern gelingen immer wieder schnelle Konter und stellen den aufmerksamen Huttwiler Schlussmann auf die Probe. Und Joel Messerli verhindert gegen einen überlegenen Gegner eine höhere Niederlage.

Die Differenz zwischen zwei läuferisch und technisch ebenbürtigen Teams: Die Huttwiler stürmen geradliniger, dynamischer und sie sind in den Zweikämpfen in allen drei Zonen robuster und dominanter. Der Sieg ist also verdient.

Ein Zwischenfall trübt die Bilanz eines fast perfekten Spiels: Die Schiedsrichter übersehen in der 49. Minute eine Regelwidrigkeit (hoher Stock). Die Partie ist mit 4:0 längst entschieden. Marius Schwegler, Huttwils punktbester Spektakel-Verteidiger, aber viel zu klein, zu wenig kräftig und wehrhaft, um „böse“ zu sein, schreitet völlig unnötig zur Selbstjustiz. Er zettelt eine Prügelei gegen Dübendorfs Nino Boliger an. Der „Boxkampf“ findet ein unglückliches Ende: Schwegler verliert das Gleichgewicht und den Helm und schlägt mit dem Kopf auf dem Eis auf. Er ist ansprechbar, wird aber mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung zur Kontrolle ins Spital gebracht. Ein Vorfall, der den sonst perfekten Abend ein wenig trübt. Anders als es dieser Zwischenfall vielleicht vermuten lässt, verhalten sich in diesem wird diesem schnellen und intensiven Spiel beide Teams vorbildlich fair. 

Bemerkenswert ist die Treffsicherheit von Janik Lanz. Sein wegweisende 1:0 war bereits der 15. Saisontreffer. Er hat in den letzten sieben Spielen acht Tore erzielt. Der ehemalige Captain der Langnauer Elite-Junioren ist bester Torschütze der Huttwiler und im Alter von bereits 27 Jahren auf dem Weg zu einem neuen persönlichen Rekord: Er hat bisher noch nie mehr als 10 Tore pro Saison erzielt. Seine Steigerung ist kein Zufall. Er hatte schon immer eine „gute Nase“ für den Abschluss und eine sehr hohe Spielintelligenz. Aber weil er ein bisschen hölzerne Füsse hat (läuferisch durchschnittlich) und sich als Leitwolf ohne zu murren jede Rolle übernimmt, musste er sich lange Zeit meistens mit eher defensiven Aufgaben begnügen, überzeugte auch als Boxplay-Spezialist, und zwischendurch stellte er sogar als Verteidiger seinen Mann.

Diese Saison hat ihm Trainer Daniel Bieri erstmals eine offensive Rolle zugewiesen und dieser Rollenwechsel beschert Hockey Huttwil sozusagen einen „neuen Lanz“: Der furchtlose, standfeste Flügel darf an der Seite des überragenden Spielmachers Michael Lüdi stürmen. Ein Duo wie Blitz und Donner. Was Lüdi mit seiner Schlauheit aufs Eis blitzt, das donnert Lanz kaltblürig ins gegnerische Netz. Daniel Bieri ist sehr zufrieden: „Janik hat sich die offensive Rolle erarbeitet und die Chance genützt.“

Die Huttwiler haben nun neben dem Trio um Topskorer Timo Braus eine zweite Sturmlinie, die gegen jeden Gegner ein Spiel entscheiden kann. Und wie ausgeglichen die Mannschaft inzwischen ist, zeigt sich daran, dass Robin Nyffeler in der 4. Linie sein Selbstvertrauen wieder aufzubauen versucht. Ein Trainer, der einen Stürmer mit der Klasse und Erfahrung eines Robin Nyffeler im 4. Sturm einsetzen kann, verfügt wahrlich über ein Spitzenteam. Hätten die Huttwiler am letzten Samstag gegen Bülach gewonnen, wären sie jetzt neuer Tabellenführer. Sie haben nun 12 der letzten 14 Partien gewonnen und auf eigenem Eis seit dem 5. November (1:3 gegen Thun) nicht mehr verloren. Oder auf den Punkt gebracht: Hockey Huttwil ist ein Titelkandidat. Am Samstag folgt die Auswärtspartie gegen den drittletzten Lyss (17:00). Eigentlich eine Pflichtaufgabe. Aber die Niederlage am letzten Samstag gegen den das zweitletzte Bülach hat gezeigt, dass es in dieser ausgeglichenen Liga auch für ein Spitzenteam keine leichten Spiele gibt.

Klaus Zaugg

Verteidiger Jason Gerber, Hockey Huttwil

 

Headcoach Reto Strinimann, EHC Dübendorf

 

Verfügbar ab 12 Uhr


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