Preloader

Wenn ein Schnegg für die Huttwiler zu schnell ist

Hockey Huttwil kassiert gegen Franches Montagnes die erste Saisonniederlage (2:4) und bleibt trotzdem Tabellenführer. Entscheidend war in einem schnellen Spektakelspiel das direkte Duell der offensiven Titanen.

Beide sind offensive Titanen der höchsten Amateurliga. Michael Lüdi bei Huttwil und Arnaud Schnegg (mit dem gleichnamigen Regierungsrat nicht verwandt) bei Franches Montagnes. Am Mittwochabend kommt es in Saignelégier wieder einmal zum Direktduell. Beide Coaches schicken jeweils ihre erste Linie gleichzeitig aufs Eis, es ist also tatsächlich ein Zweikampf der Titanen. Die Statistik lügt nicht. Arnaud Schnegg (25) erzielt drei Treffer und Michael Lüdi (29) geht für einmal leer aus.

Arnaud Schnegg gehörte 2021 zu Ajoies Aufstiegshelden und bestritt mit den Jurassieren die erste Saison in der höchsten Liga. Inzwischen hat er in 186 Partien in der MyHockey League 236 Punkte produziert und war in den letzten drei Jahren jeweils Liga-Topskorer und MVP (wertvollster Spieler). Ein flinker, federleichter Stürmerfloh (174 cm/75 kg).

Michael Lüdi hat in der MyHockey League bisher in 235 Partien 240 Punkte beigesteuert. Ein offensiver Titan also auch er. Sozusagen die Deutschschweizer Antwort auf Arnaud Schnegg. Aber grösser (184 cm) und kräftiger (75 kg). Als Mittelstürmer weniger wirblig, aber robuster, dominanter und mit grösserer Reichweite. Was sich auch daran zeigt, dass er letzte Saison Playoff-Topskorer war. Also eher ein Mann fürs raue Hockey. Und so ist es durchaus logisch, dass Arnaud Schnegg dieses Duell gewonnen hat: Es war ein offenes Spektakelspiel, kein „Abnützungskampf.“

Eishockey wird oft als letztes echtes Mannschaftsspiel bezeichnet. Also gehört es sich eigentlich nicht, eine Spitzenpartie auf das Duell von zwei Einzelspielern zu reduzieren und die Leistungen ihrer Mitstreiter zu ignorieren. Aber beide Teams spielten auf Augenhöhe, beide Torhüter waren ohne Fehl und Tadel. Beide Teams setzten vier kompletten Linien ein und die zweite, dritte und vierte Formation neutralisierten sich. Also lief am Ende alles auf das Duell der Titanen im ersten Sturm hinaus. Selbst Trainer Daniel Bieri – also einer, der die Teamleistung über alles stellt – konstatierte nach dem Spiel: „Arnaud Schnegg war der Spieler, der den Unterschied machte und besser war als Michael Lüdi.“ Was er nicht als Kritik an seinem Topskorer verstanden haben will. Sondern als Lob für den Schnegg, der für die Huttwiler zu schnell war.

Und doch bleibt die Frage: Warum hat Huttwils Topskorer dieses Duell verloren? Nun, Hockey ist eben doch ein Mannschaftsspiel. Arnaud Schnegg profitierte in dieser Partie von seinen robusten, kräftigen Flügeln, die sich bereits in den beiden höchsten Ligen bewährt haben und ebenfalls zu Ajoies Aufstiegsteam gehörten: Vom britisch-schweizerischen Doppelbürger Lee Roberts (28), einem kräftigen Powerflügel (187 cm/87 kg) mit Erfahrung aus mehr als 50 Partien in der höchsten und über 80 in der zweithöchsten Liga und Steve Macquat (30). Kräftig auch er (180 cm/81kg) und sogar gestählt aus mehr als 120 Spielen in der National League und über 300 in der Swiss League. Es war also nicht Red Bull, das Arnaud Schnegg Flügel verliehen hat. Es waren seine beiden Linienkollegen, die zwar Michael Lüdis flinkere Tempoflügel Timo Braus und Fabian Haldimann nicht ganz zu neutralisieren, aber bei fünf gegen fünf Feldspielern im Schach zu halten vermochten. Sie machten Michael Lüdi sozusagen „flügellahm.“

Wenn Daniel Bieri das erste verlorene Spiel als „ärgerliche Niederlage“ bezeichnet, dann wegen des letzten Drittels: Seinen Männern gelingt mit dem zweiten Powerplay-Treffer in der 51. Minute der Ausgleich zum 2:2. Nun haben sie mehr Energie und dominieren und in der 55. Minute bekommen sie im Powerplay die Chance zum Siegestreffer. Aber sie können sie nicht nützen. Den Sieg vor Augen fehlt die letzte Prise Lockerheit, der überstandene Ausschluss gibt dem Gegner einen neuen Energieschub und Arnaud Schnegg trifft zum 3:2 (58. Minute). Der vierte Treffer ist nur noch Zugabe ins leere Tor.

Nun bleibt genug Zeit, um die erste Saisonniederlage zu verdauen. Huttwil muss erst am nächsten Mittwoch wieder antreten. Im Campus Perspektiven um 20.00 Uhr gegen Wetzikon. Die Zürcher haben ihren Fehlstart (Niederlagen gegen Langenthal und Seewen) mit vier Siegen in Serie korrigiert (gegen Thun, Winterthur, Bülach und Pikes Oberthurgau). Die Aufgabe wird einfacher, wenn nicht nur Michael Lüdi trifft…

Klaus Zaugg 

 

Highlights ab 12 Uhr verfügbar


Bestplayer

  • Flückiger & Braunschweiler -
  • Gondiswil

Premiumpartner

  • Touring-Garage AG Huttwil
  • Trüssel Bau
  • PRO-CAM CNC AG
  • Habisreutinger Gebäudehüllen GmbH
  • Dubach Holzbau AG

Co-Sponsoren

  • BSB + Partner AG
  • DIGITAL SURVEY
  • WoodWork
  • BODURIX
  • INTERHOCKEY
  • Greub Schlosserei AG
  • Brunner Garten- und Landschaftsbau AG
  • C+S Ingenieure AG
  • MATEC SCHWEIZ AG
  • Flückiger & Braunschweiler
  • Reinhard Recycling AG
  • Sommer AG
  • Campus Perspektiven
  • Dubach Plant AG
  • Zihler social development