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Ein Sieg des Kollektivs und der guten Nerven

Die robusten Huttwiler behalten kühlen Kopf und gewinnen erstmals auswärts gegen „Rumpel-Wetzikon“. Der 4:1 (2:0, 1:1, 1:0 stand nie in Gefahr.

Nein, diesmal bestand keine Gefahr, den Gegner zu unterschätzen. Bereits vor knapp einem Jahr hatten die Huttwiler das Auswärtsspiel in Wetzikon (damals Aufsteiger) verloren (2:4). Anfang Saison setzte es im Zürcher Oberland erneut eine Niederlage ab (3:5) und die Ursache war offensichtlich: Zu kurze Zündschnüre. „Rumpel-Wetzikon“ ist das „böseste“ Team der Liga und führt die Strafenstatistik mit 194 Minuten an (Huttwil 118 Minuten). Harter Einsatz gehört nun mal zu diesem rauen Spiel und die Frage war, ob sich die Huttwiler erneut – wie beim 3:5 am 17. September – würden provozieren lassen. Timon Nyffeler (der mit der kürzesten Zündschnur) musste damals schon in der 30. Minute unter die Dusche und am Ende standen 31 Strafminuten gegen bloss 12 der Zürcher.

Also war am Samstag die Weisung von Trainer Daniel Bieri unmissverständlich: Diszipliniertes Zweikampfverhalten, sich nicht provozieren lassen und von der Strafbank fernbleiben. Diese Anordnung ist umgesetzt worden: Seine Männer verbrachten bloss 12 Minuten auf dem Sündenbänklein, die Wetziker hingegen 29. Auch Timon Nyffeler – aktuell mit 33 Strafminuten der „drittböseste“ Spieler der Liga - hielt sich zurück und musste von den Schiedsrichtern nicht auf die Strafbank geschickt werden. Ein Powerplay Tor gelang den Huttwilern zwar nicht. Aber die Strafenstatistik bestätigt Disziplin und Konzentration im Zweikampfverhalten. Hockey Huttwil dominierte alle drei Zonen und geriet nie in Gefahr, diese Partie zu verlieren. Das ist bemerkenswert. Denn Wetzikon war ein starker, robuster und gut gecoachter Widersacher und verzweifelte letztlich am fehlenden spielerischen Sauerstoff: Die Huttwiler gewährten ihren Gegenspielern weder freie Räume noch Zeit für spielerische Schneckentänze.

In Wetzikon kehrte Robin Nyffeler (der mit der etwas längeren Zündschnur) nach seiner Verletzungspause ins Team zurück. Er übernahm die Position von Dominic Lanz im zweiten Sturm neben Timo Braus und Joel Bieri. Dominic Lanz hat sich beim Spitzenspiel in Seewen eine Verletzung zugezogen und es ist offen, wann er wieder mitspielen kann.

Alles in allem ein Sieg der Taktik, der Disziplin, der guten Nerven und des Kollektivs. Was sich auch daran zeigt, dass nicht die offensiven Titanen die Tore erzielten. Vielmehr feierten die Verteidiger Nico Gurtner und Markus Schwegler ihr erstes Saisontor und Verteidiger Loic Vouradoux traf mit seinem zweiten Saisontreffer zum 4:1. Was auch fürs Kollektiv spricht: Michael Lüdi hat diese Saison zwar erst ein Tor erzielt, aber er ist als dominierender Center der Dynamo des Offensivspiels und fädelte das 3:1 und 4:1 ein. Und Timo Braus, letzte Saison mit 17 Toren der zweitbeste Vollstrecker der Liga, traf zwar auch in Wetzikon nicht und steht bei erst 2 Toren. Aber seine Form ist besser als es die Statistik vermuten liesse. Er war erneut ein offensiver Taktgeber und assistierte zum wegweisenden 1:0. Daniel Bieri macht sich um die Treffsicherheit des elegantesten Läufers seines Teams keine Sorgen: „Im Training trifft er ins Tor. Er kann es also immer noch und es ist nur eine Frage der Zeit, bis er seine nächsten Tore erzielen wird.“

Die nächste zwei Gelegenheiten ergeben sich bereits diese Woche in den beiden Heimspielen am Mittwoch im Spitzenkampf gegen Thun (20.00 Uhr) und am Samstag gegen den Zweitletzten Bülach (17.30).

 

Verfügbar ab 12:00 Uhr


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