Preloader

Mit dieser Niederlage kann Huttwil gut leben

Keine Krise: Huttwils Schillerfalter haben ihre Flügel wieder entfaltet und in einem Drama sondergleichen in Thun erst in der Verlängerung verloren (3:4).

Alles, was den Klassiker Huttwil gegen Thun ausmacht, wird verdichtet in den letzten 18 Sekunden der Verlängerung geboten: Dramatik, Intensität, Hektik und hochklassiges Hockey. Zwischen zwei Teams, die bedingungslos mit gut strukturiertem Energie- und Tempohockey die Entscheidung suchen.

Es steht 3:3. 18 Sekunden vor Schluss der Verlängerung erreicht Robin Nyffeler beim fliegenden Wechsel um einen Wimpernschlag zu spät die Bank und der Schiedsrichter bestraft die Huttwiler wegen zu vielen Spielern auf dem Eis. Wer mag, kann kritisieren, dass ein Schiedsrichter mit Fingerspitzengefühl eine so extrem kleinliche Strafe zu diesem Zeitpunkt nicht ausgesprochen hätte. Andererseits ist zu sagen: Wir wären ohne diese Strafe um einen wahrlich spektakulären Höhepunkt eines hochklassigen dieses Hockey-Festspiels gebracht worden.

Das Drehbuch zu diesem Finale: Thuns Cheftrainer Gregory Zehnder nimmt ein Time Out, um das Powerplay für diese letzten 18 Sekunden zu justieren. Sein Team setzt sich in der Zone der Huttwiler fest, Michael Lüdi läuft in einen fürchterlichen Check des Titanen Pascal Rossel (184 cm/90 kg), seit mehr als zehn Jahren einer der kräftigsten Rumpelstürmer der höchsten Amateurliga. Er kann nicht befreien und 0,6 Sekunden – also weniger als eine Sekunde! – vor Schluss trifft Dominik Giger, ein kräftiger Stürmerfloh, völlig unhaltbar zum 4:3. Mehr Dramatik geht nicht. Ein Team musste halt verlieren.

Es ist eine bittere Niederlage nach einem Spektakelspiel, in dem beide Teams den Sieg verdient hätten, aber ihre besten Phasen in den ersten 60 Minuten nicht für die Entscheidung auszunützen vermochten. Hockey Huttwil im letzten Drittel, die Thuner im mittleren Abschnitt und während der Verlängerung. Der flinke Siro Nicola Wyss hielt sein Team ebenso im Spiel wie der ruhige Blocker Stephan Künzi auf der anderen Seite. Auch die Goalies waren formidabel.

Alles in allem spielten die robusten, bissigen Thuner eine Spur geradliniger, direkter, präziser, mehr „Nord-Süd-Hockey“ und erzielten ihre drei ersten Treffer mit ganz einfachem Spiel: Dem Torhüter die Sicht nehmen, den Puck ablenken. Das Spiel der Huttwiler war eine Prise zu sehr in die Breite („Ost-West-Hockey“) gezogen und mehr auf spielerische Qualität („Schillerfalter-Hockey“) ausgerichtet. Aber das sind bloss Nuancen im Stil zweier Teams, die sich auf Augenhöhe begegnet sind.

Trainer Daniel Bieri nahm die Niederlage mit seltener Gelassenheit und brachte es auf den Punkt: „Die Niederlage ist sehr ärgerlich. Aber so wie wir gespielt haben, kann ich damit leben.“ Für sein Team war es nach zwei krachenden Niederlagen (2:7 gegen Dübendorf, 1:5 in Winterthur) ein wegweisendes Spiel. Die bange Frage war ja: Zieht eine Krise herauf oder waren die beiden Niederlage eher zwei Betriebsunfälle? Nach dieser überzeugenden Reaktion dürfen wir sagen: Es waren wohl „Betriebsunfälle“. Die Feststellung von Topskorer Timo Braus („Wir kommen wieder in Form.“) ist richtig. Sie gilt für ihn ebenso wie für das gesamte Team. Das Selbstvertrauen sollte eigentlich wieder frisch gebürstet und gekämmt sein..

Die Huttwiler geraten im zweiten Drittel an den Rand einer Niederlage: Sie lassen sich durch die bissigen Thuner vom Spiel ablenken, kassieren zu viele Strafen und liegen nach 40 Minuten 1:3 im Rückstand. In dieser Phase verpasst Thun den Sieg. In der zweiten Pause wird in der Kabine offenbar Tacheles geredet und in zwingender Art und Weise gelingt im letzten Drittel die Aufholjagd zum 3:3. Beim Ausgleichstreffer zelebrieren die Huttwiler ihr bestes Hockey: Daniel Bieri nimmt nach dem Ausschluss von Thuns Luca Gauch ein Time-Out, ersetzt 125 Sekunden vor Schluss den Torhüter durch einen sechsten Feldspieler um das Powerplay aufzupeppen (6 gegen 4 Feldspieler). Timo Braus trifft 58 Sekunden vor dem Sirenenton mit einem Kunstschuss zum Ausgleich. Beinahe wäre den Huttwilern in der Schlussminute noch der Siegestreffer gelungen.

Mit dem Punktgewinn behauptet Hockey Huttwil den zweiten Platz in der Tabelle. Nun wartet am Samstag im Campus Perspektiven (17.30 Uhr) eine hochheikle Aufgabe: Zu Gast ist der Vorletzte Pikes Oberthurgau. So etwas wie das Ajoie des Amateurhockeys. Allenthalben wird vom Publikum ein Sieg erwartet. Aber so einfach ist es nicht und die offensiven Schillerfalter müssen so bissig sein wie in Thun. Am Mittwoch haben die Ostschweizer mit einem Verlängerungssieg (3:2) das himmelhoch favorisierte Frauenfeld gebodigt und dank diesem Punktverlust der Frauenfelder bleibt Hockey Huttwil weiterhin auf Rang 2.

 Klaus Zaugg

 

Highlights ab 12 Uhr verfügbar


Matchsponsoren

  • Straub Hydraulik AG -
  • Belp

Bestplayer

  • Flückiger & Braunschweiler Sägereimaschinen AG -
  • Gondiswil

Premiumpartner

  • Touring-Garage AG Huttwil
  • Trüssel Bau
  • PRO-CAM CNC AG
  • Habisreutinger Gebäudehüllen GmbH
  • Dubach Holzbau AG

Co-Sponsoren

  • BSB + Partner AG
  • DIGITAL SURVEY
  • WoodWork
  • BODURIX
  • INTERHOCKEY
  • Greub Schlosserei AG
  • Brunner Garten- und Landschaftsbau AG
  • C+S Ingenieure AG
  • MATEC SCHWEIZ AG
  • Flückiger & Braunschweiler
  • Reinhard Recycling AG
  • Sommer AG
  • Campus Perspektiven
  • Dubach Plant AG
  • Zihler social development