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Hockey Huttwil verliert das hochstehende Gipfeltreffen gegen Thun 3:4 (0:0, 1:2, 2:2). Mann des Abends ist Michael Lüdi in Bestform, der die gegnerischen Fans im Stil von Chris DiDomenico gegen sich aufbringt und am Ende als tragischer Held vom Eis geht.

Von Milena Zaugg

Die Stunde des „Bandengenerals“: Daniel Steiner, einst Kultstürmer in Langnau, hat ein Gespür für die grossen Momente. Seine Mannschaft ist gegen Hockey Huttwil ins Wanken geraten, hat das 0:1 in Überzahl kassiert und eine 3:1-Führung leichtfertig wieder aus der Hand gegeben. Michael Lüdi – er wird Huttwils tragischer Held dieser Partie – kassiert eine Zweiminutenstrafe weil er sein Werkzeug zu hoch geführt hat (hoher Stock). Daniel Steiner ahnt, dass er jetzt die Entscheidung herbeiführen muss. Er nimmt ein Time-Out. Seine Jungs atmen durch und dann trifft Lukas Haas (auch er einst in Langnau mit Kultstatus) mit einem Kunstschuss via Lattenunterkante gegen den starken Siro Nicola Wyss zum 4:3 (57. Min.). Thuns Trainer wird hinterher sagen, er habe sein Time-Out genützt um „den Puls zu fühlen“ und die fünf Spieler fürs Powerplay aufs Eis zu schicken, die am heissesten waren.

Der Sieg der robusten Thuner ist verdient. Aber er musste in einem wahren Drama erkämpft, erlitten und erzittert werden. Immer wieder bringt Yannick Lerch mit seinen Tempoläufen die Thuner Abwehr durcheinander. Und wer weiss, wie es gekommen wäre, wenn Topskorer Timo Braus seine vielen guten Abschlussmöglichkeiten genützt hätte. Aber Thun hält stand und führt im Schlussdrittel scheinbar sicher 3:1. Nun beginnt das Drama um Michael Lüdi. Er wird von Janick Wyss heftig gegen den Kopf gecheckt und Wyss wird von den guten Schiedsrichtern richtigerweise mit fünf Minuten plus Restausschluss bestraft. Thuns Hardcorefans aber sind der Meinung, Michael Lüdi habe bloss simuliert um eine Strafe herauszuholen. Und so findet sich der Stürmer der Huttwiler in der Rolle des Buhmannes, sozusagen als „Schwarzenbach DiDo“ wieder. Er wird fortan bei jeder Puckberührung heftig geschmäht. Was zu wirken scheint: Die Huttwiler sind nicht dazu in der Lage, den Fünfminutenausschluss zu einem Treffer zu nützen und nach Ablauf der Strafe steht es immer noch 3:1 für Thun und es sind nur noch gut zehn Minuten zu spielen. Doch wie aus heiterem Himmel trifft Janick Lanz zum 3:2-Anschlusstreffer (49:40 Min.) und nun rockt Michael Lüdi die Thuner im Stil von Chris DiDomenico. Torhüter Siro Nicola Wyss lanciert den Konter, Remo Bieri leitet den Puck schlau weiter und Michael Lüdi läuft alleine mit langen, kraftvollen Schritten auf und davon und bezwingt den starken Stephan Künzi eiskalt zum 3:3. Ein Tor in der Entstehung und Vollendung ein Meisterwerk. Es ist ein Stich ins Herz der aufgebrachten Fans. Aber nicht ins Herz von Daniel Steiners Spieler. Kurz darauf nützen sie den Ausschluss von Michale Lüdi – ausgerechnet er – zum Siegestreffer und nun sind die aufgewühlten Fans mit dem „Schwarzenbach-DiDo“ wieder im Reinen. Die Berner Oberländer gewinnt den intensiven, dramatischen und höchst unterhaltsamen Spitzenkampf 4:3.

Die Niederlage schmerzt. Denn auch Chur hat am Mittwoch verloren (2:3 in Frauenfeld) und mit einem Punktgewinn hätten die Huttwiler wieder die Tabellenspitze übernehmen können. Die Niederlage schmerzt auch, weil mindestens ein Punkt und die damit die Tabellenführung möglich gewesen wären. Aber bei zwei taktisch und spielerisch praktisch gleichwertigen, gut gecoachten Teams ist eben jedes Resultat möglich. In solchen Fällen pflegen die Hockeygötter zu würfeln und Glück, Zufälligkeiten und kleinere und grössere Heldentaten entscheiden. Daniel Steiners geniales Time-Out hatte die grössere Wirkung als Michael Lüdis grosser, dramatischer Auftritt im Stil von Chris DiDomenico. Sein nächster Auftritt am Samstag im Campus Perspektiven um 17.30 Uhr gegen Arosa.


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