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EHC Thun vs Hockey Huttwil 1:5
Nach knapp 12 Minuten führt Hockey Huttwil bereits 4:0 und gewinnt schliesslich 5:1. Die starke Reaktion der Thuner scheitert am überragenden Kevin Liechti. Der Sieg gerät nicht mehr in Gefahr und den Huttwilern genügt im letzten Qualifikationsspiel auswärts gegen Franches Montagnes ein einziger Punkt zur Sicherung des zweiten Platzes.
Von Milena Zaugg
In der zweitletzten Qualifikationsrunde geht es für Hockey Huttwil um die ersten drei Plätze. Für die Thuner steht mehr auf dem Spiel: Sie kämpfen mit Franches Montagnes, Frauenfeld und Arosa um die direkte Qualifikation für die Playoffs (Platz 6).
Die drei Begegnungen in dieser Saison endeten mit knappen Resultaten: Am 27.September mit 1:0 für Thun; am 8.November mit 4:2 für Huttwil und am 20. Dezember gewinnt Thun 4:3. Grund genug für die Huttwiler, von der ersten Minute an parat zu sein.
Und tatsächlich: Die Huttwiler sind hellwach und starteten furios. Bereits nach 27 Sekunden verwertet Fabian Haldimann den Abpraller von Timo Braus zum 1:0. Michael Lüdi kann sich den zweiten Assistpunkt für diesen Treffer gutschreiben lassen. Mit 27 Assists ist er der beste Spielmacher der ganzen Liga.
Thun reagiert heftig und als Michael Lüdi aufs Sündenbänklein muss, riecht es im Stadion nicht nur nach den legendären «Käsbräggel», sondern auch nach dem Ausgleichstreffer. Aber nach 43 Sekunden Powerplay fällt eine Vorentscheidung gegen Thun. Die Oberländer verlieren in der neutralen Zone den Puck und Robin Nyffeler – einst schon bei Langenthal in der Swiss League einer der besten Boxplay-Spezialisten – bezwingt Stephan Küenzi zum 2:0. Dieser Gegentreffer in Überzahl ist ein Stich ins Herz der Thuner. Sie werden sich davon nicht mehr erholen. Keine zwei Minuten später trifft Noel Wüthrich mit seinem ersten Saisontreffer zum 3:0. Um es salopp zu sagen: Das Spiel ist für Thun vorbei, bevor es richtig begonnen hat.
Trotzdem gibt Cheftrainer Daniel Steiner nicht auf. Er setzt ein Zeichen und wechselt den Torhüter. Stephan Küenzi - an den drei Gegentoren unschuldig - macht Gian Graf Platz. Der 19jährige Goalie aus der Zuger Nachwuchsabteilung kann seinen Kasten nur gut zwei Minuten lange reinhalten: Silvan Hess trifft nach 11 Minuten und 9 Sekunden zum 4:0. Was für ein Start! Natürlich sind die Stürmer die Helden des Abends. Aber wichtig in dieser Startphase ist eben auch, dass Torhüter Kevin Liechti keinen Treffer zulässt. Das krasse Resultat täuscht: Die Thuner waren optisch mindestens ebenbürtig. Aber eine Spur zu ungestüm.
Geht noch was? Daniel Steiner, erfahren aus mehr als 700 Spielen für Langnau, die ZSC Lions, die Lakers, Lugano, Ambri und Gottéron, gibt nicht auf und rüttelt seine Jungs in der ersten Pause auf.
Seine Worte scheinen Wirkung zu zeigen: Knapp vier Minuten nach dem Puckeinwurf zum zweiten Drittel gelingt Yannick Gugelmann das 1:4. Das Spiel wird nun härter, intensiver und emotionaler. Die Thuner werden besser und besser. Aber Kevin Liechti spielt nach der grossen Partie gegen Langenthal nun gegen Thun zum zweiten Mal hintereinander sein bestes Hockey. Nicht die Huttwiler kassieren den nächsten Treffer. Sondern Thun. Topskorer Michael Lüdi trifft im Powerplay zum 5:1. Das Schlussresultat steht also bereits nach 29 Minuten und 15 Sekunden fest. Ziemlich exakt nach der Hälfte des Spiels. Die zweite Hälfte der unterhaltsamen Begegnung bringt zwar keine Tore mehr. Aber eine starke taktische Leistung der Huttwiler: Sie verwalten das Resultat gegen die leicht überlegenen Thuner mit bemerkenswerter Kaltblütigkeit und der starke Kevin Liechti lässt sich nicht mehr bezwingen.
Die Ausgangslage vor dem letzten Qualifikationsspiel ist für Hockey Huttwil recht komfortabel: Mit einem Punktgewinn (Unentschieden nach 60 Minuten) im Auswärtsspiel gegen Franches Montagnes haben die Huttwiler den zweiten Platz hinter Chur in jedem Fall auf sicher. Eine klare Steigerung gegenüber der letzten Saison (7. Platz). Vor zwei Jahren haben sie die Qualifikation hinter Basel ebenfalls auf dem 2. Rang beendet und dann den Playoff-Final erreicht. Gute Aussichten also und ein erneuter Final – diesmal gegen Chur – wäre theoretisch der logische Höhepunkt der Saison. Aber eben nur theoretisch.