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Spiel in Chur
Die Chancenauswertung als einzige Sorge
MyHockey League: EHC Chur – Hockey Huttwil 2:1 (0:0, 1:0, 1:1)Hockey Huttwil verliert in Graubünden gegen einen der diesjährigen Liga-Favoriten knapp mit 1:2. Wie bereits in den Partien gegen Frauenfeld und Franches-Montagnes hapert es gegen den EHC Chur bei der Chancenauswertung.
Von Stefan Leuenberger
Zwei Siege aus vier Spielen. Was für Hockey Huttwil, den MyHockey League-Finalisten der letzten Saison, wie ein durchzogener Start aussieht, ist in der Tat gar nicht so schlimm. «Die Spieler zeigen tolle Leistungen und setzen um, was wir uns im Training erarbeiten», lobt Cheftrainer Daniel Bieri seine Akteure. Um dann gleich das Problem anzusprechen: «Einzig bei der Chancenauswertung hapert es gewaltig. Die ist schlicht miserabel.»
Die Chancen sind da
Die Partien gegen Frauenfeld, Chur und Franches-Montagnes ähnelten sich sehr. Huttwil zeigte ein gutes Eishockey mit – vor allem gegen Aufsteiger Franches-Montagnes – riesigem Chancenplus. Bei der bitteren 1:2-Niederlage gegen die Jurassier hätten die Blumenstädter 7:0 oder 8:0 führen müssen. Im Auswärtsspiel am Samstag in Graubünden war die Ausgangslage natürlich ein bisschen anders. Der EHC Chur hat auf die Spielzeit 2022/23 hin mächtig aufgerüstet und darf deshalb mit dem EHC Basel in der letzten Saison verglichen werden. Doch auch gegen den Gegner auf sportlicher Augenhöhe überzeugte Huttwil. Nach dem Startdrittel hätten die Huttwiler schon wieder mit vier Toren voraus liegen müssen. Zweimal konnte ein Gastspieler in Unterzahl alleine auf den Churer Schlussmann losziehen. Vergebens. Genauso wie bei zwei weiteren Topchancen, bei denen bis zum krönenden Abschluss alles passte. «Es rächt sich immer, wenn du viele gute Chancen einfach auslässt», sagt Daniel Bieri. Und genauso war es auch in Chur vor 813 Zuschauern. Kurz nach der Spielhälfte ging Chur in Führung. Auf der Seite der Gäste machte sich leichte Ernüchterung breit. Die Huttwiler verloren etwas den Faden, weil wegen der anhaltenden Schwäche bei den Abschlüssen vor dem Tor Nervosität aufkam.
Offener Schlagabtausch
In der zweiten Pause nahm Daniel Bieri eine Anpassung des Spielsystems vor. In der Folge lieferten sich die beiden Teams in den letzten 20 Minuten einen offenen Schlagabtausch. Chur konnte nach gut fünf Minuten das zweite Tor erzielen. Weil der Schiedsrichter die Strafen etwas einseitig verteilte, musste Huttwil viel Kraft in das Boxplay stecken. Trotzdem besassen die Gäste immer wieder Torchancen. Eine davon konnte Jan Andreas Weber nach über 52 Minuten in das erste Huttwiler Tor ummünzen. In der Schlussphase wäre der Ausgleich durchaus möglich gewesen. René Bruni beispielsweise verzeichnete einen Pfostenschuss. Wer die Chancen im Eishockey nicht nutzt, wird bestraft. So erging es Huttwil in Graubünden erneut. Ein Tor in 60 Minuten bei einer Vielzahl an hochkarätigen Abschlussgelegenheiten ist für ein Spitzenteam wie Huttwil schlicht ungenügend.
Besserung im Ernstkampf nötig
Grund zur Panik besteht keine. Hockey Huttwil muss in den nächsten Tagen einfach die Kaltblütigkeit im Abschluss wiedererlangen. «Im Training klappt es», bestätigt Daniel Bieri. Mittels genauem Videostudium und gezielten Massnahmen im Training soll daran gearbeitet werden, dass der Torriecher auch auf Matchbasis zurückkehrt. Zeit dazu bleibt wenig. Momentan spielt Hockey Huttwil jeden Mittwoch und jeden Samstag eine Meisterschaftspartie. Aber eine Besserung muss ja zwingend im Ernstkampf erfolgen. Gut, gibt es momentan viele Möglichkeiten, um diese einzuleiten.
Matchtelegramm: 1. Oktober. – Thomas Domenig Stadion, Chur. – 813 Zuschauer. – SR: S. Weiss, M. Remund/Y. Stryfeler. – Tore: 32. 1:0. 46. 2:0. 53. J. Weber (T. Braus, S. Hain) 2:1. – Strafen: Chur 3x 2 Minuten; Huttwil 6x 2 Minuten. – Huttwil: S. Wehrli; T. Nyffeler, R. Bruni; T. Braus, S. Hain, J. Weber; M. Minder, M. Schwegler; J. Petrig, J. Bieri, Y. Lerch; N. Gurtner, G. Bobicanec; M. Ruch, R. Nyffeler, M. Meyer; G. Felder, R. Trachsel; M. Gurtner, J. Lanz, H. Kobel.





















