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Nyffelers grosse Freude vor der Premiere
HOCKEY HUTTWIL – HC FRANCHES-MONTAGNES
Für die meisten Akteure wird es ein Spiel wie jedes andere sein, für Robin Nyffeler dagegen wird das erste Heimspiel von Hockey Huttwil in der neuen Saison eine ganz spezielle Partie sein: Der 23-jährige Stürmer kehrt quasi nach Hause zurück und wird morgen Abend zudem erstmals bei den Aktiven mit seinem Bruder Timon Nyffler (Verteidiger) im gleichen Team auflaufen.
Verständlich deshalb, wenn Robin Nyffeler vor der Partie sagt: «Ich freue mich extrem auf dieses erste Heimspiel und die Saison mit Hockey Huttwil.» Die Freude des jungen Stürmers bezieht sich aber nicht bloss darauf, dass er wieder mit seinem Bruder Timon in einem Team vereint ist, mit dem er bei den Junioren einige Spiele in der gleichen Equipe absolvierte, nein, für Robin beginnt zugleich ein neuer Abschnitt in seiner Karriere, einer, der ihm mehr Spielfreude bescheren soll.
207 Spiele absolvierte Robin Nyffeler für den SC Langenthal, realisierte dabei 14 Tore und 6 Assists. Doch die beiden letzten Jahre beim Swiss-League-Team waren für ihn nicht einfach. Nyffeler blieb buchstäblich in der vierten Linie hängen und schaffte den Sprung zum Leistungsträger beim SCL nicht. Logisch, dass er trotz seines noch jungen Alters am Scheideweg stand und seiner Eishockey-Karriere neuen Schwung verleihen wollte. Nyffeler machte einen Schritt zurück und kehrte zu Hockey Huttwil, seinem Stammklub, zurück.
Vom Profi zum Amateur gewechselt
Manchmal muss man einen Schritt zurück machen, um wieder vorwärts zu kommen. Gemäss diesem Motto nimmt Robin Nyffeler die Saison mit Hockey Huttwil in Angriff. «Ich möchte hier zeigen, was ich kann und was ich drauf habe», sagt der Huttwiler dazu, der mittlerweile vom Eishockey-Profi zum Amateur-Spieler gewechselt hat und bei einer Firma in Sumiswald in einem 90-Pozent-Pensum im Verkauf Innendienst beruflich tätig ist. Zugleich ist sich der Stürmer aber auch bewusst, dass eine gewisse Erwartungshaltung mit seiner Rückkehr verbunden ist. Von einem langjährigen Swiss-League-Spieler erwartet man eine tragende Rolle in einem MySports-League-Team. «Natürlich erzeugt diese Erwartungshaltung einen gewissen Druck», sagt der Stürmer dazu. Doch darüber wolle er sich gar nicht allzu viele Gedanken machen.
Hilfreich seien diesbezüglich die verschiedenen Gespräche mit den Coaches gewesen, die ihn bei diesem Prozess mit Tipps und Ratschlägen unterstützen würden, erwähnt Robin Nyffeler, der in der Erwartungshaltung gegenüber seiner Person aber auch eine anspornende Herausforderung sieht. In erster Linie freue er sich aber einfach darauf, endlich wieder richtig spielen zu können, mehr Eiszeit und Verantwortung zu erhalten, was er in den letzten Jahren vermisst habe.
Der Start ist dem Team von Trainer Daniel Bieri mit zwei Siegen im Cup und dem Erfolg im ersten Meisterschaftsspiel in Dübendorf (4:1) geglückt, was die Premiere vor dem Heimpublikum vereinfacht. Einfach werde man es trotzdem nicht haben, ist der Teamneuling überzeugt. Nyffeler weist darauf hin, dass etliche Teams im Hinblick auf die neue Saison ihr Kader aufgerüstet haben. So schätzt er, dass gemäss «Papierform» andere vor Hockey Huttwil rangieren, etwa Chur, Martigny oder Thun.
Grosse Vorfreude bei Nyffeler
«Wir verfügen vermutlich nicht über das talentierteste Team, aber über eine kämpferische Equipe, die einen starken Zusammenhalt aufweist. Ich habe mich hier sofort wie zu Hause gefühlt», betont Robin Nyffeler, der zudem überzeugt ist, dass es ein Vorteil ist, dass der «Kern» der Mannschaft schon länger zusammengespielt. Dadurch sei vieles schon vorhanden und verfüge man über eine Equipe, die weitgehend eingespielt sei und taktisch-spielerisch nicht komplett neu eingestellt und aufgebaut werden müsse. Deshalb ist Robin Nyffler überzeugt: «Wir können erneut ganz vorne mitspielen, wenn jeder von uns seinen Job einwandfrei erfüllt.»
Dies treffe ganz besonders auf ihn zu, bemerkt Nyffeler abschliessend, denn noch ist für ihn das Thema Swiss League nicht komplett erledigt. «Natürlich würde ich mir eine Rückkehr überlegen, wenn ich eine erneute Chance bei einem Klub erhalten würde», sagt er dazu, um sogleich anzufügen: «Doch vorerst freue ich mich einfach darauf, wieder richtig Eishockey spielen zu können, hier im Campus Perspektiven, wo ich mit Eishockey begonnen habe und wo ich sehr viele Leute kenne, die jeweils bei den Spielen auf den Zuschauerrängen anwesend sind.»