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Hockey Huttwil vs EHC Thun
«Wir wollen wieder um den Titel mitspielen»
Gleich zum Auftakt wartet ein echter Gradmesser: Hockey Huttwil empfängt den EHC Thun zum ersten Berner Derby der Saison. Nach dem dramatischen Halbfinale im Frühling erwartet Captain Michael Minder erneut ein Duell auf Augenhöhe und intensive Zweikämpfe.
Bereits steht das erste Saisonspiel für Hockey Huttwil auf dem Programm. Die Mannschaft ist bereit, auf den ersten Puck-Einwurf wurde seit dem Frühling intensiv hintrainiert. Captain Michael Minder: «Wir haben Anfang Mai wieder mit dem Sommertraining gestartet und über den Sommer sehr gut gearbeitet. Es sind einige neue Elemente dazugekommen, insbesondere im Bereich der Belastungsprophylaxe. Im Fokus stehen die Hauptverschleissteile; vor allem die Hüfte, die im Eishockey stark belastet wird, aber auch Schultern, Knie und andere Gelenke. Adrian Steiner hat mit uns gezielt daran gearbeitet, damit wir dort besser gewappnet und insgesamt robuster für die Saison sind.»
Gleichzeitig wurde Bewährtes nicht gross auf den Kopf gestellt: «Ich finde, wir konnten die Sommermonate wieder sehr gut nutzen, sodass sich jeder fit fühlt, wenn es aufs Eis geht.»
Um Titel mitkämpfen
Seit der Gründung der Liga im Jahr 2017 stiess Hockey Huttwil immer bis mindestens ins Halbfinale vor. Dreimal duellierte sich die Mannschaft sogar im Finale um den Titel; so auch letzte Saison, als sich die Serie gegen den EHC Seewen über die Maximaldistanz von fünf Matches erstreckte.
«Es beginnt für alle wieder bei null», blickt Michael Minder nach vorne. «Es ist ein sehr langer Weg bis zum nächsten Frühling. Jetzt gilt es, sich stetig zu verbessern, den Lernprozess, der wieder von vorne beginnt, anzunehmen und auf unser Ziel hinzuarbeiten.»
Alles muss wieder neu verdient werden. «Die letzte Saison zählt nicht mehr, sie ist Geschichte. «Klar ist aber: Wir wollen wieder um den Titel mitspielen. Dieses Ziel setzen wir uns selbst. Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg. Jetzt geht es darum, gut in die Meisterschaft zu starten und die ersten Schritte in die richtige Richtung zu machen. Dafür braucht es einen guten Start, damit das Selbstvertrauen und die Automatismen schnell wieder da sind.» Der erste Schritt soll nun an diesem Samstag gemacht werden.
Thun als erster Gradmesser
Der Auftakt in die neue Saison erfolgt gegen den EHC Thun, die Mannschaft, gegen die sich Hochey Huttwil in der vergangenen Saison im Halbfinale durchzusetzen vermochte. Michael Minder spricht von einem Gradmesser. «Mit Thun treffen wir auf ein Team, das die gleichen Ambitionen und Ziele hat wie wir. Zudem ist es bereits das erste Berner Derby. Wir freuen uns sehr auf das erste Spiel, endlich geht es wieder um etwas. Darauf haben wir den ganzen Sommer hingearbeitet, und jetzt beginnt die Umsetzungsphase.»
Im vergangenen Halbfinale lag Hockey Huttwil einmal mit 1:4-Toren zurück und siegte zuletzt im Penalty-Schiessen. «Das Spiel in Huttwil ist eine coole Erinnerung, die wir mitnehmen. Kaufen können wir uns davon am Samstag aber nichts. Ich erwarte wieder einen spannenden Match auf Augenhöhe; wahrscheinlich noch ausgeglichener und noch härter umkämpft. Genau auf solche Spiele freue ich mich.»
Intensive Zweikämpfe erwartet
Von Thun erwartet Michael Minder die gleichen Stärken wie in den letzten Jahren: «Eine gute Portion Physis im Spiel und intensive Zweikämpfe in allen Zonen. Das hat Thun in den vergangenen Jahren sehr gut gemacht. Nichtsdestotrotz schauen wir in erster Linie auf uns und darauf, was wir umsetzen wollen. Unser Ziel ist immer, dem Gegner unser Spiel aufzuzwingen und an unsere Leistungsgrenze zu kommen.»
Liga wohl noch einmal enger
Michael Minder rechnet mit einer noch ausgeglicheneren Liga: «Winterthur ist sicher ein Team mit viel Potenzial, Wetzikon hat sich ebenfalls verstärkt. Ich denke, insgesamt sind die Teams noch einmal näher zusammengerückt, was die Leistungsdichte betrifft. Wie schon in der letzten Saison ist die Liga sehr ausgeglichen. Man kann sich keinen Fehltritt erlauben und muss in jedem Spiel an die Leistungsgrenze gehen, wenn man Punkte holen will. Aber genau das macht die Liga auch so attraktiv.»
Er selbst führt die Mannschaft nun in der vierten Saison als Captain auf das Eis. «Ich versuche auch in dieser Saison diesem Amt würdig zu sein und voranzugehen.»
Zwischen Konfitüre und Flugzeug-Fahrwerken
Neben dem Eishockey hat Michael Minder ein abwechslungsreiches Berufsleben. Gerade hat er seine dritte Erntesaison auf dem familieneigenen Betrieb seines Onkels hinter sich: «Speziell in diesem Sommer war die sehr lange Trockenheit, die wir so gut es ging mit den eigenen Wasserreserven überbrücken mussten und sie gezielt dort einsetzten, wo es am allernötigsten war. Es ist aber gut gekommen. Unsere Pflückfelder waren sehr gut besucht gewesen. Nun ist was die Erntephase anbelangt, die Steinobstzeit voll am Laufen mit Pflaumen, Zwetschgen, Mirabellen, Äpfeln und Birnen ganz im Schlussspurt. Nun kommt die ganze Schnittpflege und es geht darum, die ersten Bahnen für nächsten Sommer legen, damit wir gut gewappnet sind.»
Bei den anderen 50 Prozent seiner beruflichen Tätigkeit arbeitet er bei der Firma «Bunorm Maschinenbau AG» in Aarwangen, wo er in der Luftfahrt-Branche tätig ist. «Wir produzieren Fahrwerke für die Pilatus-Flugzeuge. Die berufliche Abwechslung ist gross und macht es spannend.»
Daniel Gerber




























