- Matchvorschau
Hockey Huttwil vs EHC Thun
Hockey Huttwil ist seit dem Wochenende Leader. Hockey Huttwil hat nach erst zwölf Runden schon gegen jedes Team mindestens einen Punkt geholt. Gegen jedes? Nein! Nur gegen den EHC Thun ist Huttwil noch ohne Zähler. Dies will Verteidiger Nico Gurtner im morgigen Heimspiel ändern.
In einem packenden Spitzenkampf von höchstem Unterhaltungswert entthronte Hockey Huttwil den bisherigen Leader EHC Chur nach zwölf Penaltys. Zuvor hatten die Bündner einmal geführt, danach Huttwil zweimal. Und zuletzt war das Spitzenteam aus dem Osten der Schweiz besiegt. Chur hat in dieser Saison erst viermal verloren (als einziges Team noch nie nach 60 Minuten), davon zweimal gegen Hockey Huttwil.
Nun empfängt die Mannschaft morgen Mittwoch den EHC Thun als Tabellenerster zum Kantonalderby auf eigenem Eis. Die Oberländer liegen mit jedoch nur vier Punkten Rückstand auf dem vierten Rang in Lauerstellung und könnten Hockey Huttwil mit einem Sieg nach 60 Minuten gleich wieder sehr nahe kommen.
Nur gegen Thun ohne Punkt
Nur gegen ein einziges Team aus dieser Liga konnte Hockey Huttwil in dieser Saison noch keinen Zähler ergattern … gegen den morgigen Gegner EHC Thun. Huttwil-Verteidiger Nico Gurtner erinnert sich: «Es war ebenfalls ein Heimspiel, es endete 0:1. Wenn man kein Tor schiesst, verliert man.»
Auf die Frage, ob ihm als Verteidiger mindestens die eine Hälfte des Resultats gefielt (nur ein Gegentor erhalten), stellt Nico Gurtner klar: «Ja, allerdings gewinnt man nicht, ohne ein Tor zu schiessen. Wir haben ein gutes Power-Play und ein gutes Box-Play – unsere Special-Teams sind gut, das werden wir auch am Mittwoch gebrauchen. Es war das einzige Spiel, in welchem wir kein Tor geschossen haben.»
Ausserdem ist Huttwil in der vergangenen Saison vom EHC Thun im Playoff-Halbfinale bezwungen worden – ist die Rechnung mit dem morgigen Gegner somit angewachsen? «Klar, wollen wir wieder einmal gegen sie gewinnen. Aber gleich ob man gegen Bülach, Bellinzona oder Thun spielt: Man will gewinnen. Es ist nicht so, dass man gegen die einen oder anderen eine grössere Rechnung offen hat», ordnet Nico Gurtner das Duell ein.
«Wir entscheiden, wie wir spielen»
«Spielerisch und läuferisch sind sie sehr gut und sie wollen uns unter Druck setzen», blickt Nico Gurtner auf die morgige Kraftprobe mit dem Top-4-Team und damit das zweite Duell in der vorderen Tabellenregion innerhalb von zwei Spieltagen. «Wichtig ist, dass wir unser Spiel spielen und dass wir uns nicht gross dem Gegner anpassen. Wir entscheiden, wie wir spielen – wir interessieren uns nicht so sehr für den Gegner. Ich rechne mit einem schnellen und emotionalen Spiel.»
Ohne Rechner in die Playoffs
Interessant ist, dass Thun zwar Huttwil drei Zähler abgenommen hat und dennoch deren vier hinter Huttwil liegt. Wichtig sind solche Berechnungen für Nico Gurtner und sein Team nicht. «Wichtig ist, dass wir die Playoffs unter den ersten sechs starten können.» Somit können die Pre-Playoffs umgangen werden.
Nico Gurtner ist mit elf Punkten aus zwölf Spielen (0,92 Zähler pro Spiel) der Verteidiger im Team, mit den meisten Skorerpunkten; und Liga-weit die Nummer zwei, hinter Kristian Suleski vom EHC Lyss. Beide kommen auf elf Punkte, Suleski erzielte jedoch ein Tor mehr (und einen Assist weniger). Gurtner ist also auch nach vorne ein hoch-aktiver Spieler. «Es hat damit zu tun, dass Michael Minder und ich im Power-Play spielen und wir viele Power-Play-Tore schiessen. Wenn man einer von fünf ist und der Puck viel zirkuliert, ist die Chance gross, dass man einen Punkt erhält.»
Generell ist die Stimmung im Team sehr gut «und der Zusammenhalt ist überragend. Jeder mag jedem etwas gönnen, das sieht man an den Resultaten. Nun gilt es, weiter dranzubleiben und hart zu arbeiten und nicht zu denken, dass es von alleine geht.»
Neben dem Eis arbeitet Nico Gurtner zu 80 Prozent im Finanzwesen bei der SBB in Bern; dies zusammen mit Remo Bieri, der ebenfalls bei Hockey Huttwil spielt. Daneben durchläuft er ein Wirtschaftsstudium in Sport-Management. Früher spielte er beim EHC Olten und den SC Rapperswil-Jona Lakers sowie der EVZ Academy in der Swiss League. «Das war eine schöne Zeit, aber nun gefällt es mir hier in Huttwil sehr gut und aus beruflichen Gründen ist eine Rückkehr kein Thema.»
Daniel Gerber