- Matchvorschau
Hockey Huttwil vs EHC Seewen
Auch im Halbfinale ändert sich in der laufenden Playoff-Kampagne von Hockey Huttwil nichts: Wie im Viertelfinale siegte ausnahmslos das Heimteam. Im zweiten Heimspiel will das Team nun wieder vorlegen, erklärt Hockey Huttwil-Stürmer Timo Braus.
Sieben Duelle hat Hockey Huttwil nun in den Playoffs 2024 ausgetragen. Und es bleibt dabei: Immer siegte das Heimteam. Deshalb erstreckte sich das Viertelfinale über fünf Spiele. Und deshalb will Hockey Huttwil nun erneut vorlegen.
Denn es bleibt dabei, auf eigenem Eis lässt sich Hockey Huttwil in diesen Playoffs nicht schlagen: Den drei Heimsiegen gegen den HC Franches Montagnes liess das Team von Trainer Daniel Bieri im vierten Playoff-Heimspiel den vierten Triumph folgen. Durch den 3:0-Sieg über den EHC Seewen währt Hockey Huttwil die Ungeschlagenheit im eigenen Stadion. Diese soll nun auch im zweiten Heimspiel im Halbfinale gewährt bleiben.
Die schönste Zeit im Jahr
Die Playoff-Zeit beschreibt Timo Braus als «die schönste Zeit im Jahr.» Der Sieg im Show-down im fünften Spiel – dank dem die Mannschaft nun im Halbfinal dem zweiten Heimspiel im Halbfinale entgegenblicken darf – ist ein Glanzlicht in der laufenden Playoff-Kampagne. Hockey Huttwil-Stürmer Timo Braus: «Wir hatten keine Angst. Wir waren nicht sehr nervös, obschon es um alles ging. Die vier vorangegangenen Spiele hatten wir durch unseren Entscheid gewonnen oder verloren. Den schlechtesten Match hätten wir immer noch zu 75 Prozent gewinnen sollen; dies laut Auswertung unseres Video-Portals. Wir mussten einfach noch einmal eine gute Leistung und Cleverness zeigen und die Serie heimbringen.»
Das Team konnte das eigene Spiel durchsetzen. Es stand bis ins Mitteldrittel 0:0. «Dann fielen sie rein. Ich konnte drei Punkte beisteuern, das freute mich. Man merkte, wie der Knopf aufgeht. Dann konnten wir frei aufspielen, wir hatten es schon den ganzen Match über probiert, aber man weiss es im Hockey: Wenn man dran bleibt, fallen sie rein.»
Halbfinale: «Ein unbeschreibliches Gefühl»
Jetzt in den Halbfinals zu stehen, «ist ein unbeschreibliches Gefühl, die Saison geht weiter. Das will jeder Hockeyspieler. Es ist wunderschön, dass es weitergeht, unser Ziel ist noch lange nicht erreicht. Es war ein Schritt in die richtige Richtung, aber wir sind noch nicht angekommen. Angekommen sein würde bedeuten, im Final zu stehen, wo wir um alles oder nichts spielen können», blickt Timo Braus nach vorne.
Gegenwärtig steht es in der Serie also 1:1; aus der Best-of-Five ist gewissermassen eine Best-of-Three-Serie geworden. «Es beginnt somit wieder bei null. Aber wir haben den Heimvorteil, das ist gut.»
Die Berner-Flagge hochhalten
In den drei nationalen Ligen sind insgesamt sieben Berner-Teams vertreten: Die SCL Tigers, der SC Bern, der EHC Biel, der SC Langenthal, der SC Lyss, der EHC Thun und Hockey Huttwil. Noch vier Berner Mannschaften sind im Rennen.
«Das über verschiedene Ligen zu messen ist schwierig, ich bin froh, dies in unserer Liga mit dem EHC Thun die Berner-fraktion noch mit einem zweiten Team vertreten ist. Es wäre schön, ein Berner Finale zu haben, das wäre fast ein Märchen. Es zeigt, dass in unserer Region im Hockey etwas geht. Wir schauen natürlich nicht nur auf das, aber das Berner Hockey-Herz freut sich, wenn viele weiterkommen.»
Kleine Dinge entscheiden gegen Seewen
Die kleinen Fehler werden gegen den EHC Seewen entscheiden, «sie sind ein Team, das viel Können umfasst. Sie haben gute technische Spieler, wird sind auf Augenhöhe. Es gibt keinen klaren Favoriten. Die schlauere Mannschaft wird am Ende gewinnen. Das Team, das die Fehler besser minimieren kann.»
Erinnern wir uns daran: Die beiden Mannschaften trennten in der Qualifikation nur gerade drei Punkte. Und bei den beiden Begegnungen in der Qualifikation siegte jeweils das Auswärtsteam. «Beide Matchs waren gute Hockeyspiele, schon da kam es auf die kleinen Dinge an. Wir waren beide Male die etwas bessere Mannschaft, wir konnten es aber nicht so durchziehen. Wir kennen sie, es gilt ihre Schwächen auszunutzen.»
Heimvorteil sehr wichtig
Der Heimvorteil ist sehr wichtig. «Im Viertelfinale sahen wir, dass die Spiele einzigartig sind. Wir hoffen, dass die Region hinter uns steht. Wir sind die einzige Mannschaft aus der Region Oberaargau und Emmental, die noch am Spielen ist. Gegen Franches Montagnes siegte immer das Heimteam, das war ein guter Rhythmus. Daheim fühlt man sich besser und vertraut mit der Umgebung. Im Viertelfinale hatte Seewen noch Heimvorteil, diesen haben wir jetzt und da wollen wir das Feuerwerk rauslassen.»
Kevin Schläpfer im Talk
Um 18.30 Uhr lädt EHC Basel-Sportchef Kevin Schläpfer (54) zwei Jahre nach dem Aufstieg seiner Mannschaft aus der MyHockey-League zum Talk. Weitgereist, hat er viel zu erzählen: Als 18-Jähriger verliess Schläpfer seine Baselbieter Heimat. Er spielte in Lugano, Zug, Olten Lausanne, Langnau, Chur, Biel und Langenthal. Mit Lugano wurde er Schweizer Meister. Mit Olten, Langnau, Chur und Biel gewann er die NLB-Meisterschaft. Mit Olten, Langnau und Chur stieg er in die NLA auf. Nach der Aktivkarriere wirkte Schläpfer als Trainer und/oder als Sportchef in Biel, Kloten und Langenthal sowie jetzt wieder beim EHC Basel.
Auf Schläpfers Wunsch darf das Publikum alles Fragen: Wie schaffte es der EHC Basel in nur zwei Jahren aus der Augenhöhe mit Hockey Huttwil fast an die Spitze der Swiss League? Wäre so etwas auch für Huttwil möglich? Möchte der Hockey-Gott nicht doch Nationaltrainer werden, wenn er das Rad der Zeit zurückdrehen könnte? Gibt es irgendwann, irgendwo ein Comeback in der National League an der Bande als Trainer? Oder: Wie tief sollte ein Städtchen wie Huttwil in die Steuertasche greifen, um sich das Eis im Campus langfristig zu erhalten?
Daniel Gerber