- Matchvorschau
Cupspiel vs EHC Winterthur
Hockey Huttwil duelliert sich im Cup-Achtelfinale mit der Mannschaft aus der sechstgrössten Stadt der Schweiz; mit dem EHC Winterthur. Diese Kraftprobe zwischen dem Kanton Bern und Zürich ist auch ein Gipfeltreffen: Beide Teams sind in ihrer Liga gut positioniert. Huttwil-Stürmer Silvan Hess trat einst in den Reihen des aktuellen Gegners an.
Gestärkt und voller Selbstvertrauen kann Hockey Huttwil morgen Mittwoch um 20 Uhr auf eigenem Eis in das Kräftemessen mit der sechstgrössten Stadt der Schweiz einsteigen. Hockey Huttwil thront mit nur zwei Zählern Rückstand auf die Top-Position auf dem dritten Rang.
Hockey Huttwil-Stürmer Silvan Hess bestätigt: «Der Saisonstart ist gut gelungen. Wir haben erst einmal nach 60 Minuten verloren und ansonsten immer gewonnen. Wir hatten einen guten Start, einen guten Kit im Team, eine gute Stimmung, bis jetzt läuft es sehr gut.»
Die Liga ist äusserst ausgeglichen, so nahe Huttwil an der Spitze liegt, so dicht sind die nächsten Verfolger auf der Verse: Das Team auf Rang sechs hat einen Minimal-Rückstand von nur einem Zähler. Die Liga ist noch einmal enger geworden, doch das macht sie auch attraktiv. «Darauf hatten wir uns eingestellt. Die vorderen Ränge sind heiss umkämpft, so macht es Spass und bleibt spannend.»
Die Mannschaft muss an jedem Spieltag äusserst bereit sein, um zu den Zählern zu kommen. Eine Erfahrung aus der Liga, die dem Team nun auch im Cup zugutekommen könnte.
Fünf Siege für einen Titel
Hockey Huttwil tritt mit Entschlossenheit gegen den EHC Winterthur an. Silvan Hess über die Wichtigkeit des Cups: «Wir spielen, damit wir uns in Richtung Final bewegen und nicht einfach, damit wir ein Spiel mehr in den Beinen haben. Unser Ziel ist es, den Kübel zu holen.»
Das spannende am Cup ist, dass man mit fünf Siegen (das Format wird ab 16tel-Finals ausgetragen) einen Titel gewinnen kann – allerdings steht man mit diesem Ansinnen nicht allein auf weiter Flur: «In der Saison wird es verziehen, wenn man einmal verliert.» Im Cup ist das grundlegend anders: «Wenn man nicht performt, kann man es gleich vergessen. Darum ist der Cup so interessant.» In der ersten Runde deklassierte Hockey Huttwil den EHC Belp gleich mit 0:19-Toren – doch nun wartet mit dem EHC Winterthur ein weitaus grösserer Brocken.
Winterthur ist stark geworden
2015 ist der EHC Winterthur in die Swiss League aufgestiegen. In dieser haben die Zürcher bislang jede Gelegenheit genutzt, die Playoffs zu verpassen. Einzig im Jahr 2022 konnte zumindest ein Pre-Playoff-Rang ergattert werden («Winti» reihte sich vor den Ticino Rockets ein), doch mit zwei Niederlagen in zwei Spielen gegen den HC Sierre wurden die Playoffs dennoch umschifft.
Also ein idealer Swiss League-Gegner für Hockey Huttwil, der auf dem Eis Spalier stehen wird und der Huttwil wohlwollend ins Viertelfinale geleitet? Mitnichten: Winterthur hat sich auf diese Saison hin markant verstärkt. Nun liegt die Mannschaft aus dem Kanton Zürich nach zehn Runden auf dem dritten Rang.
Silvan Hess: «Sie erwischten einen guten Start. Die Transfers im Sommer zeigten, dass sie erfahrene Spieler holten und bei den Ausländern hatten sie eine gute Hand, sie punkten sehr gut.» Der eine der beiden «Imports» ist zwar verletzt, doch für ihn wurde ein Ersatzausländer verpflichtet. «Es wird für uns keine einfache aber auch nicht eine unmögliche Aufgabe. Wenn jeder seine Leistung abrufen kann, ist auch da etwas drin.»
Während Corona in Winterthur
Einst spielte auch Silvan Hess beim EHC Winterthur. «Sie haben seither relativ viele Wechsel gemacht. Aber ich kenne das Team noch von der Liga her, wo ich mit Langenthal gegen sie spielte.
Ich freue mich sehr auf den Match und gebe alles, damit es ein gutes Ende für Huttwil hat.»
Gleichzeitig ist klar, dass auch Winterthur im Cup wohl etwas reissen will. «Sie werden wohl keinen Gang zurückschalten wollen. Für sie wird es aber nicht einfach. Gegen einen Gegner aus einer tieferen Liga wird es nie einfach.» Silvan Hess weiss, wovon er spricht. Ihm gelang einst mit dem SC Langenthal ein entsprechender Cup-Erfolg, als der HC Lugano aus dem Cup geworfen wurde. Nun will Silvan Hess wieder einen höherklassigen aus dem Cup werfen.
Als er selbst beim EHC Winterthur spielte, «war ich sehr gut aufgenommen worden und ich konnte als Hockeyspieler wachsen.» Aufgrund von Corona konnte er aber weniger als in normalen Zeiten von der Stadt erleben.
Seit Mai 2023 arbeitet Silvan Hess zu 60 Prozent bei der IBL (Industriele Betriebe Langenthal) als Sachbearbeiter Kundendienst und daneben absolviert er die Berufsmatur.
Daniel Gerber